Liebe Huguette
Vor etwa 17 Jahren hast Du mich quasi genötigt, mit Dir zusammen Turnierleitungen zu übernehmen. Spielerisch totale Greenhorns waren wir froh, auf eine SA-Eröffnung korrekt Antwort zu geben, geschweige denn eine Ahnung zu haben, wie sich ein Turnier gestaltet oder was wann und wie gespielt wird. Aber wir haben uns Mühe gegeben und oftmals auch Mühe gehabt.
Wenn es früher mit der Resultateingabe auf den Boradzetteln nicht geklappt hat, hast Du den PC und alle Resultatblätter mit nach Hause genommen und in der Nacht die Resultate noch erfasst, so dass am Morgen niemand gemerkt hat, dass Probleme vorlagen.
Du richtest die Spielplätze für die Spieler so zuvorkommend und perfekt ein, dass Du zwar das Verbot von mir, die Bidding Boxes nicht zu öffnen, akzeptiert hast, viel lieber aber allen Spielern die Mäntel abgenommen hättest, jeden persönlich zu seinem Platz begleitet und sogar noch den Stuhl zurecht gerückt hättest. Kaum ist das letzte Board gespielt, bist Du die Erste, die aufräumt und alles sauber hinterlässt. So gut, dass es den Meisten gar nicht aufgefallen ist.
Bei Spezialturnieren mit Gästen, bei denen Du die Turnierleitung hattest, war das Buffet in den meisten Fällen schon geplündert, bevor Du auch nur die Gelegenheit hattest, Dich zu bedienen. Du hast zwar etwas gegrummelt, warst jedoch wieder die Erste, die die Gläser zusammengestellt, aufgeräumt und die Tische geputzt hat.
Haben wir ausser Haus gespielt, konnte jeder sicher sein, dass auch wirklich alles vor Ort war. Es war selbstverständlich, dass Du Ersatzbatterien, Zusatzteppiche und vieles mehr dabei hattest. Oft musste auch Dein Partner Ruedi mitanpacken und mithelfen, das ganze Material hin und wieder her zu transportieren. Es war ganz einfach Verlass auf Dich.
Mit den Bridgemates und neuen Programmen musstest Du Dich erst langsam anfreunden. Das musste jeweils langsam angegangen werden. Aber wenn’s sitzt, dann sitzt’s.
Immer hast Du den Club unterstützt. Freiwilligenarbeit war Dir äusserst wichtig. Du hast gesagt, ein Club muss Leute haben, die für ihn im Einsatz sind. Es ging nie ums Geld.
Jetzt hat das Schicksal Dir leider andere Prioritäten gesetzt, die Vorrang haben. Ich verstehe Deinen Entscheid voll und ganz und wünsche Dir bei Deiner zusätzlichen Freizeit recht viel Vergnügen. Obwohl Du Deinen Rücktritt eingereicht hast, gestaltetest Du weiterhin unsere Einsatzpläne und hast Dich schon bereit erklärt, wenn am Freitag Not am Mann ist, einzuspringen.
Für Deinen Einsatz für den Club während über 17 Jahren bedanke ich mich ganz herzlich bei Dir. Schön, darf ich Dich zu meinen Freunden zählen, Du Schafferin, gute Fee im Hintergrund oder einfach die Clubseele.
Text: Susanne Helbling