Bridge-Wochenende im Dreimädelhaus drei ganze Tage verwöhnt in Reck’s Hotel in Salem
Drei 111 sind die Hausnummer. Im Park mit kleinen Wohlfühlinseln (Champagnerplatz, Ruheoase, Plauderecke), Rosen und Streuobst, tanzen drei Figuren den ‚Zauber der Kindheit’. Drei Häuser versprechen fürstliche Gastfreundschaft: das ‚Haupthaus’ mehrheitlich Jugendstil mit barockem Schmuck, das moderne ‚Haus im Garten’ mit Wellness-Bereich und das ‚Festhaus’, ein Bijou, in dem wir viel Platz und Ruhe haben, um uns auf drei Dinge zu konzentrieren: die Karten, unser Gegenüber und die spielerische Gegnerschaft. Die wichtigsten Drei aber sind hier die Meisterinnen von Reck’s Hotel! Drei Schwestern nämlich. ‚Annette’ hat an der winzigen Rezeption mit einem herzlichen Willkommen die Schlüssel verteilt. ‚Christine’ verspricht schon mal Feinstes in der heimeligen Gastwirtschaft, das ‚Alexandra’ in der Küche zubereitet.
Die Spieltische im Festhaus sind parat – super OK Monika und Ulla –, die Finger des Spielvolkes gespitzt, und nach vielem Oh und Ah über den gediegenen Raum tritt die gespannte Bridgeruhe ein, wie es sich gehört. Und gleich eine Frage: Wenn meine Partnerin eröffnet: 1 Coeur (ohne Bergen), Rechts passt und ich habe drei Coeur, aber auch vier Pics und grad mal Punkte für eine Zusage, sage ich nun 1 Pic oder zwei Coeur? Falls Pic, müsste das alertiert werden? Jaja, eigentlich wissen wir fast alles, aber eben nur fast.
Da lobe ich mir Alexandras Apfelkuchen in der Pause, der unser Gemüt wieder ins Gleichgewicht chlöpft. Und Mama Reck erzählt, Annette und Christine seien diplomierte Hotelfachfrauen, ausgebildet in renommierten Häusern und Schulen, und Alexandra mittlerweile vielfach ausgezeichnete Meisterköchin. Ihr Motto: Französisch-badische Haute Cuisine, was perfekt abgestimmt sei, wolle sie erhalten. Zwar seien alle Zuständigkeiten aufgeteilt – Marketing, Rezeption, Empfang, Dekorationen. Service, Einkauf, Zimmer-, Häuser- und Gartenfürsorge. Und die Köchin bewältigt zudem die Buchhaltung. Das braucht wahrlich echten Sportsgeist! Und den haben die drei Meisterinnen gemeinsam gelernt; alle drei sind begeisterte Handballerinnen. Und eben sportlich springt jede im Betrieb dort ein, wo sie grad gebraucht wird.
Nun pilgern wir aber zurück ins Festhaus, hoffnungsvoll, das vorherige Resultat zu halten oder zu heben. Danach wird gefeiert! Aperò, gutes Clubritual; diesmal Spende von Hildegard. Vielen Dank! Dann wird im ‚Roten Salon’ getafelt, lukullisch! Jawohl, und auf den guten ersten Tag angestossen! ‚So viel habe noch nie ein Bridgeclub gelacht wie der unsrige’, verriet mir Christine. Dabei seien etliche Clubs Gäste des Hauses Reck. Jedenfalls verkündet Fredi als Präsident, dass das kommende Vormittagsspiel schon mal eine Viertelstunde später angesetzt werde.
Ja, der Freitag: Katertag? Am Morgen ist es beim Spielen sehr ruhig! Und nachmittags möchten die einen ein Bett, andere frische Luft (und einen himmlisch guten Apfel aus dem Park?) Sogar ein Bummel durch Meersburg liegt drin (Bus gleich nebenan), um schliesslich wieder bei einem heiteren Aperò zusammenzufinden. Abendessen exzellent! Dann sind wir wieder fit für eine Abendrunde Bridge!
Samstag, der absolute Bridgetag. Petrus lässt nieseln, das Festhaus ist extra für uns geheizt, es wird freudig lizitiert, barragiert und kontriert, mittags eine fabelhafte Chürbissuppe geschlürft und dann nochmals um Punkte gerungen. Inzwischen hat Annette das Barock-Stüble mit prachtvollen Rosen dekoriert, und schwupp, stehen dank Annette, Christine und ihrem Team schon die nächsten Gaumenfreuden vor uns. Und schwuppdiwupp, wird wieder viel geplauscht. Witze machen die Runde, Gläser klingen, Lachen füllt den Raum. Es ist einfach rundum gemütlich!
Die Resultate wisst ihr längst, aber ein grosses Bravo verdienen Hildegard und Romi; sie haben fast alle Runden gewonnen. Und herzlichen Dank: Monika für die perfekte Organisation, Ulla, Ruth und Susi für die Turnierleitungen, allen Spielerinnen und Spielern für die schöne gemeinsame Zeit. Und grosses Danke den ‚Drei Schwestern’ samt der unermüdlich mithelfenden Frau Mama Reck und dem ganzen Team. Bridgemässig: ‚Sieben Sans Atouts’!
P.S. Lieblingszimmer? Marianne geniesst ihr Turmzimmer mit entzückendem Erker. Mama Reck erzählt, das Haupthaus sei 1901 als ‚Restauration zum Bahnhof’ eröffnet worden, zur gleichen Zeit wie der Bahnhof vis-à-vis für die sogenannte Gürtelbahn. 1967 übernahmen sie und ihr Mann das Haus und gaben ihm den Familiennamen. Nächstes Jahr wird also gefeiert: 60 Jahre Reck’s Hotel. Es sei ihr Ehemann gewesen, der am Handwerk heimischer Künstler festhielt, Bilder von Hans Thoma sowie kunstvolle Holzschnitzereien an Stühlen und Hummel-ähnliche Figürchen auf den Lampen in der Gaststube aus seiner Schule. Sie hingegen habe unter anderem die Skulpturen im Garten ausgesucht: die kleine ‚Drachin’ und ‚Hingabe, oder ‚Tanz um die Mitte’ und wieder eine Dreiheit: ‚Zepter, Schwert und Wächter’, alle von Oliver Ritter aus Salem. Wo eine Figur von Peter Lenk steht, findet ihr selber heraus. Und damit lasse ich noch viel Wissenswertes und wahrlich Schönes für nächstes Jahr offen, weil unser Bridgeclub dort erneut ein hoffentlich langes Wochenende spielen wird. In Dreieinigkeit: Unversiegbare Spielfreude, genialer Kopfsport und heiteres Miteinander!
Text: Silvia Mathieu